Palmöl - der große Killer

Montag, 09. Januar 2017

Palmöl - der große Killer

Die Palmölindustrie steht schon lange in der Kritik. Die Liste der Schandtaten, die ihr vorgeworfen werden, ist lang. Viele Menschen haben davon auch schon gehört, aber nur die wenigsten wissen, warum Palmöl eigentlich so problematisch ist. Schauen wir uns das genauer an:

Hauptanbaugebiet Südostasien

Über 85 % des global produzierten Palmöls stammen aus zwei Anbauländern: Malaysia und Indonesien. Diese stehen vor gewaltigen Problemen, die alle von der Palmölindustrie verursacht wurden. Dazu gehören:

Umweltschäden
Die Abholzung von Regenwald nimmt bedrohliche Ausmaße an. Die Palmölindustrie braucht immer noch mehr Anbauflächen, denn die Welt hungert nach Palmöl. Also wird ständig mehr Regenwald abgeholzt und durch Monokulturen ersetzt. Jede Stunde geht so eine Regenwaldfläche von 300 Fußballfelder verloren. Das setzt natürlich eine große Menge Treibhausgase frei und zerstört den Lebensraum unzähliger Tierarten. Der Schaden ist meist irreversibel. 2022 wird wegen der Palmölindustrie der Großteil des heimischen Regenwalds in diesen Ländern vernichtet sein, wenn die Abholzung in diesem Tempo weitergeht.

Auswirkungen auf Tiere
Über 300.000 verschiedene Tierarten gibt es in den Regenwäldern Südostasiens. Viele davon werden durch die Abholzung der Palmölindustrie verletzt, getötet oder vertrieben, darunter auch viele bedrohte Tierarten wie der Orang-Utan und der asiatische Elefant. In den letzten zwei Jahrzehnten starben bspw. mehr als 50.000 Orang-Utans an den Folgen der von der Palmölindustrie angerichteten Schäden. Oft verenden die Tiere elendig, von einer Machete verletzt oder lebend begraben. Dazu kommen Wilderer und Schmuggler, die im Schlepptau der Palmölplantagen immer tiefer in den Regenwald vordringen und Tiere für Profit töten oder verkaufen.

Soziale Auswirkungen
Kinderarbeit wird bei der Palmölproduktion leider meist groß geschrieben. Statt in der Schule zu lernen, müssen die Kinder täglich unzählige Stunden Früchte schleppen oder auf Bäume klettern, das alles unter einer unbarmherzig herabbrennenden Sonne. Dafür bekommen sie sehr oft nicht einmal eine Bezahlung. Das ist aber nur eine von vielen Menschenrechtsverletzungen, die auf Palmölplantagen Alltag sind. Dazu kommen z. B. noch Enteignungen der indigenen Bevölkerung. Ihr Land reißen sich riesige Firmen unter den Nagel für noch mehr Profit.

Wie man Palmöl vermeiden kann

Palmöl ist in so vielen Produkten unter so vielen verschiedenen Namen enthalten, dass es oft schwierig ist, ganz darauf zu verzichten. Dennoch kann man mit ein paar einfachen Schritten schon viel tun:

1. Informieren Sie sich - Lesen Sie sich die Inhaltsstoffe eines Produkts durch, bevor Sie es kaufen und verzichten Sie auf die Produkte, die Palmöl enthalten. Hauptsächlich wird es in Nahrungsmitteln, Kosmetikprodukten und Reinigungsmitteln verwendet. Vor allem stark verarbeitete Lebensmittel enthalten Palmöl.

2. Erzählen Sie es weiter - Je mehr Menschen davon wissen, desto eher kann der extremen Zerstörung von Land und Leben Einhalt geboten werden. Sprechen Sie das Problem also in Gesprächen mit Familie und Freunden an und zählen Sie ein paar Fakten auf.

3. Beziehen Sie Stellung - Schreiben Sie die Firmen, die Ihre Lieblingsprodukte herstellen, an und fordern Sie sie auf, den Gebrauch von Palmöl einzustellen. Es ist möglich, auf weniger problematische Alternativen umzusteigen. Dafür gibt es genügend Beispiele.

4. Sollte es gar nicht anders gehen, dann kaufen Sie Produkte, die nur zertifiziertes Palmöl enthalten. So kann zumindest sichergestellt werden, dass gewisse vorgegebene Mindeststandards eingehalten werden.

PHB - Frei von Palmöl seit 2014

Eine Marke, die vollkommen auf Palmöl verzichtet, ist PHB Ethical Beauty. Die Marke wurde im Frühling 2012 gestartet. Seit damals strebte PHB danach, die eigenen Produkte so umweltfreundlich und ethisch wie möglich zu produzieren. Die Produkte waren deshalb auch schon immer zu 100 % vegan und cruelty free und enthielten keine problematischen Chemikalien wie z. B. Parabene. Im Jahr 2013 wurde PHB aber auf einen neuen Stoff aufmerksam, der problematisch ist. Es war Palmöl. PHB nutzte zwar nicht direkt Palmöl, aber ein paar Stoffe, die daraus gewonnen wurden. Diese bezog die Firma zwar von zertifizierten Ressourcen, doch sie entschieden sich nach eigehender Auseinandersetzung mit dem Thema für einen Totalverzicht.

Im Frühling 2014 hatte PHB alle Produkte neu formuliert. Dabei taten sie alles, um Palmöl und seine Unterprodukte komplett aus den eigenen Produkten herauszunehmen und gegen andere, nachhaltigere Alternativen auszutauschen. Es kostete PHB zwar einige Mühe, doch das Ergebnis war es wert. Die Produkte sind seitdem nicht nur zu 100 % frei von Palmöl, sie konnten die Produkte bei der Neuformulierung der Inhaltsstoffe sogar noch verbessern.