Über hormonähnliche Stoffe in Kosmetika
Hormonähnliche Stoffe geistern schon seit Jahren als Schreckgespenster durch die Medien. Das hat auch einen guten Grund: Sie stehen im Verdacht, schädliche Wirkungen auf den Körper zu haben und Krankheiten auszulösen. Wie Studien wiederholt gezeigt haben, beinhalten noch immer viele Pflege- und Kosmetikprodukte diese Chemikalien.
Sie sind enthalten in Shampoos, Deos und Lippenstiften. Gelangen sie in den Körper, wirken sie wie Hormone. Die Rede ist von endokrin aktiven Substanzen. Bei Tierversuchen wurde festgestellt, dass diese Chemikalien unter Anderem zu Verhaltensauffälligkeiten, Unfruchtbarkeit oder sogar Krebs führen können.
Diese Stoffe können im Körper auf unterschiedliche Weise wirken. Manchmal binden sie sich in Bereichen, die eigentlich für die körpereigenen Hormone reserviert sind. Dadurch wirken sie gleich wie körpereigene Stoffe. Sie können aber auch zu einer Blockade der Hormonbindestellen im Körper führen oder sie stören den Hormonabbau, die -produktion oder den -transport.
Grundsätzlich stellt nicht jede hormonell wirksame Substanz eine Gefahr dar. Menschen sind durch die Ernährung und auch über andere Quellen einer Vielzahl an endokrin wirksamen Stoffen ausgesetzt. Oft kommen diese ganz natürlich in bestimmten Pflanzen, wie zum Beispiel Soja, vor. In diesem Zusammenhang weist die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit auf ihrer Website darauf hin, dass eine differenzierte Bewertung angebracht ist. Ob eine Substanz gefährlich ist, hängt von ihrer Fähigkeit, den Hormonhaushalt des Körpers zu stören, ab. Das Risiko, dass ein endokriner Disruptor (so werden die gefährlichen Substanzen bezeichnet) eine schädliche Wirkung entfalten kann, ist von der Dosis, der Dauer und dem Zeitpunkt des Kontakts abhängig.
Im Jahr 2012 bezeichnete die Weltgesundheitsorganisation endokrine Disruptoren in einem Bericht als globale Bedrohung. Sie beobachtet seit Jahrzehnten einen Anstieg von gesundheitlichen Beschwerden, die mit dem Hormonsystem zusammenhängen. So gab es beispielsweise einen Anstieg bei Prostata-, Hoden-, Schilddrüsen- und Brustkrebsfällen. Dass hormonähnliche Substanzen für diese Entwicklung verantwortlich sind, lässt sich dabei praktisch nicht nachweisen, da der Mensch auch mit einer Vielzahl anderer Stoffe in Berührung kommt.
Was tun?
Endokrin aktive Substanzen kommen in so vielen verschiedenen Stoffen vor, dass es in der heutigen Zeit fast unmöglich ist, sich ihnen nicht auszusetzen. Man kann jedoch versuchen, die Exposition zu minimieren, indem man aufmerksamer ist. Naturkosmetik ist zum Beispiel in der Regel unbelastet. Sie hat es sich schließlich auch zur Aufgabe gemacht, für den Menschen potenziell gefährliche Substanzen aus der Liste der Inhaltsstoffe zu streichen.
Heute gibt es viele verschiedene Standards für hochwertige Naturkosmetik. Das liegt daran, dass es keine einheitlichen gesetzlichen Richtlinien gibt. Zertifikate mit klaren Qualitätsrichtlinien sind für Konsumentinnen und Konsumenten aber ein guter Anhaltspunkt. Details zu den von uns geführten Zertifikaten finden Sie hier.
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