Die vielfältigen Merkmale von Naturkosmetik

Dienstag, 05. September 2017

Die vielfältigen Merkmale von Naturkosmetik

Naturkosmetikprodukte gibt es viele und so ist es nicht verwunderlich, dass diese verschiedenen Produkte auch unterschiedliche Eigenschaften und Merkmale haben. Dass man vor lauter verschiedener Begriffe den Überblick manchmal verliert, liegt da in der Natur der Sache. Hier möchten wir Ihnen helfen, sich wieder etwas besser in der Welt der Naturkosmetik zurechtzufinden und erklären einige Begriffe, auf die man immer wieder stößt.

Naturkosmetik

Für die Herstellung von Naturkosmetik werden nur natürliche Rohstoffe verwendet, die so schonend wie möglich gewonnen wurden. Der Begriff ist nicht geschützt, weshalb es wichtig ist, sich an Naturkosmetikzertifikaten zu orientieren.

Bei echter Naturkosmetik dürfen die Inhaltsstoffe mit minimalen Ausnahmen nur rein pflanzlicher, mineralischer oder tierischer Herkunft sein. Das wird streng kontrolliert und eben mit Siegeln ausgezeichnet.

Mineralöl

Stoffe auf Mineralölbasis werden aus Erdöl hergestellt und dann gefiltert, bis ein durchsichtiges Öl entsteht. Mineralöl ist billig, lange haltbar und wird vom Großteil der Menschen hervorragend vertragen. Dennoch gibt es mit Mineralöl auch Probleme. MOSH und MOAH sind chemische Verbindungen, die im Mineralöl vorkommen und sich mit der Zeit im Körper anreichern. Welche langfristigen Effekte das hat, ist noch nicht völlig klar. In echter Naturkosmetik sind Mineralöle verboten.

Konservierungsstoffe

Diese Stoffe sind unerlässlich, um Kosmetikprodukte haltbar zu machen. Konservierungsstoffe hemmen das Wachstum von Pilzen, Viren und Bakterien und sorgen dafür, dass sie lange problemlos verwendet werden können. Viele Konservierungsstoffe sind aber nicht gerade gut zur Haut und können in seltenen Fällen Allergien auslösen. Auch in Naturkosmetik sind Konservierer enthalten, doch bestehen diese meist aus ätherischen Ölen oder alkoholischen Pflanzenextrakten. Sie sind meist gut verträglich für die Haut.

Parabene

Auch diese Stoffe konservieren. Meist findet man sie in Duschgelen, Shampoo oder z. B. auch Sonnenschutzmitteln. Die Haut nimmt Parabene auf. Die Wirkungen dieser Stoffe sind noch nicht vollständig klar, doch gibt es Hinweise, dass sie den Hormonhaushalt des Körpers beeinflussen bzw. durcheinanderbringen. Außerdem stehen sie im Verdacht, Allergien oder Schlimmeres auszulösen. In echter Naturkosmetik sind Parabene verboten.

Silikone

Diese Stoffe werden, wie Mineralöl, aus Erdöl hergestellt. Sie sind vielseitig einsetzbar und billig, weshalb sie in Kosmetikprodukten stecken. Silikone überziehen die Haut mit einem weichen Film, wodurch sie sich gut anfühlt. Gleichzeitig verlangsamen sich aber natürliche Hautprozesse. Bei Shampoos ist es ähnlich. Die Haare sehen seidig und glatt aus, aber die Silikone umschließen die Haare vollständig, wodurch sie nicht mehr atmen können. Langfristig ist das nicht gut für Haare und Haut, gesundheitliche Risiken bestehen bei Silikonen aber nur, wenn man allergisch auf Silikone reagiert. In echter Naturkosmetik dürfen keine Silikone enthalten sein.

Synthetische Farbstoffe

Das sind industriell hergestellte Farben, die vor allem in der dekorativen Kosmetik (Lippenstift, Lidschatten & Co.) eingesetzt werden. Oft sind die Farben aus Erdöl hergestellt und mache stehen unter Verdacht, die Haut zu reizen oder karzinogene Eigenschaften zu besitzen. Echte Naturkosmetik darf keine synthetischen Farben enthalten.

Synthetische Duftstoffe

Diese Stoffe kosten nur wenig in der Herstellung und halten lange. Während natürliche Duftstoffe sich schon nach kurzer Zeit verflüchtigen, riecht man ihre synthetischen Brüder viel länger. Synthetische Duftstoffe müssen nur angeführt werden, wenn sie eine bestimmte Konzentration überschreiten, sonst steht einfach Aroma, Parfum oder Ähnliches. Diese Duftstoffe können neben Allergien auch zu Kopfschmerzen oder Schwindel führen. In echter Naturkosmetik sind diese Stoffe nicht zugelassen.

Palmöl

Dieses Öl ist rein pflanzlich und wird aus den Früchten der Ölpalme gewonnen. Weil die Ölpalme sehr schnell wächst, ist Palmöl billig und in fast alles Produkten zu finden. Doch gibt es damit viele Probleme. Neben der Abholzung des Regenwaldes sind das auch Kinderarbeit oder die Zerstörung des Lebensraums für Tiere — um nur einige zu nennen. Ein gänzlicher Verzicht auf Palmöl ist heute fast nicht möglich, aber mittlerweile gibt es viele Initiativen, die den Palmölanbau nachhaltiger machen wollen. Hier finden Sie unsere Auswahl an palmölfreien Produkten.

Bio

Inhaltsstoffe aus kontrolliert biologischem Anbau wurden ohne den Einsatz von synthetischen Pflanzenschutzmittel und ohne mineralische Dünger hergestellt. Das belastet die Natur weniger. Es erhalten nur Produkte das Biosiegel, die zu mindestens 95 % aus biologisch hergestellten Stoffen oder Stoffen aus Wildsammlung bestehen. Es gibt aber verschiedene Zertifizierungen. Der minimale Konsens ist das EU-Biosiegel, auf dem alle anderen Biosiegel aufbauen und dann strengere Auflagen festlegen. Eines der strengsten Siegel ist z. B. Demeter.

Hier finden Sie Biokosmetikprodukte, die mit dem Siegel von Cosmébio ausgezeichnet wurden.

Und hier alle Produkte mit Demeter-Siegel.

Vegan

Vegane Produkte enthalten keinerlei Inhaltsstoffe, die von einem Tier stammen oder von Tieren produziert wurden. Vegane Produkte enthalten also keine Stoffe wie Gelatine, Honig, Bienenwachs, Collagen ... Man muss aber vorsichtig sein: der Begriff ist nicht geregelt, weshalb er oft für Marketingzwecke eingesetzt wird. Hier hilft ein prüfender Blick auf die Inhaltsstoffe. Zu unserer riesigen Auswahl an veganer Naturkosmetik geht es hier.

Fairtrade

Das bedeutet, dass die Rohstoffe für ein Produkt nachhaltig und ressourcenschonend hergestellt wurden und die Produzenten auch fair für ihre Leistung entlohnt wurden. Mit Fairtrade wird also etwas gegen ungerechte und ausbeuterische Wirtschaftsstrukturen unternommen. Oft sind Fairtrade-Produkte auch bio und kommen ohne chemische Zusatzstoffe aus.